Politische Urteilsfähigkeit

In der Politikdidaktik wird seit langem über die politische Argumentationsfähigkeit als Ziel der politischen Bildung diskutiert. Politische Argumentationsfähigkeit ist eine für die Demokratie essenzielle Fähigkeit, die es im Fachunterricht Politik auszubilden gilt. Die Fähigkeit ist im Oberstufencurriculum als zu fördernde Fähigkeit aufgeführt. Das Modell der Politikkompetenz (Detjen, Massing, Richter & Weißeno, 2012) formuliert hierfür die (Teil-) Dimension der Argumentationskompetenz. Hierzu wurde ein neuer Argumentationskompetenztest für Schüler/-innen entwickelt (Manzel & Weißeno, 2017). In dieser Sichtweise sind beim Argumentieren politische Positionseinnahmen/Behauptungen (kontroverser Positionen, politische Wertaspekte) mit und ohne Stützung durch Fakten und Gegenfakten abzuwägen. In der Anforderungssituation ist damit lediglich das fachliche Wissen mit politischen Kontroversen (politischen Werten) zu verknüpfen. Argumentieren wird somit unabhängig von individuellen Normen und politischen Meinungsäußerungen, die das Alltagswissen darstellen, aufgefasst.

Hierfür wurden 401 Gymnasiast/-innen der 11./12. Jahrgangsstufe ein 45-minütiger Argumentationstest zu Beginn und wiederholt am Ende des Schulhalbjahres vorgelegt. Der Test besteht aus 6 Textaufgaben. Die Texte beschreiben ergebnisoffene politische Ereignisse/Sachverhalte. Die Schüler/-innen wurden aufgefordert, argumentativ abwägend eine eigene Position zum Sachverhalt in einem Essay einzunehmen. Zu jedem Autorentext haben die Schüler/-innen ihre Position zu formulieren.

Bearbeiter/-innen: Anja Schmidt, Georg Weißeno, Simon Weißeno