Häufigkeitsanalysen von Fachbegriffen in Politik-Schulbüchern

Ziel der Häufigkeitsanalysen der im Unterricht zu lernenden Fachbegriffe ist die Bereitstellung von Beschreibungswissen für die Kompetenzorientierung in der Politikdidaktik. Die Wirkung der Politik-Schulbücher dürfte groß sein, da sie oftmals die Leitmedien des Unterrichts sind. Hierzu werden jeweils vier Schulbücher für die neunten Klassen Realschule und Gymnasium nach dem Modell des Fachwissens von Weißeno, Detjen, Juchler, Massing & Richter (2010) ausgewertet. Mit Begriffsauszählungen wurde geprüft, ob die Schulbücher genügend Fachwissen anbieten, um konzeptuelles Lernen zur Förderung der Kompetenzen zu ermöglichen, oder ob sie mehr auf der Ebene des Weltwissens bleiben und dadurch „Laberunterrricht“ fördern.

Ergebnis:

Der Fachsprachenerwerb ist in den Schulbüchern für Politik bisher nicht überzeugend angelegt. Die Materialien sind vom fachlichen Ertrag zu gering, weil das Fachvokabular nicht vernetzend ausgebreitet ist. Die geringe Dichte der benutzten Fachbegriffe deutet auf zu leichte Schulbücher hin. Im Sinne eines systematischen und transparenten Konzeptaufbaus sind sie unangemessen. Sie versuchen nicht, die Bedeutung der Begriffe und nicht nur ihre Wortgestalt den Schüler/-innen zu verdeutlichen. Insgesamt ist die in Schulbüchern benutzte fachlich systematische Information sehr gering. Die Beschränkung auf die zum fachlichen Verständnis wichtigen Fachbegriffe findet allenfalls in ersten Ansätzen statt. Genauso bedenklich ist die hohe Zahl an nicht und ganz selten genannten Fachbegriffen. Sie beträgt zwischen 70 und 80 Prozent der nach dem Modell möglichen Fachbegriffe.

Bearbeiter: Georg Weißeno Förderung: PHKA

Laufzeit: 2010 – 2012

Publikationen

Weißeno, G. (2013). Fachsprache in Schulbüchern für Politik/Sozialkunde – eine empirische Studie. In P. Massing & G. Weißeno (Hrsg.), Demokratischer Verfassungsstaat und politische Bildung (S. 151-170). Schwalbach: Wochenschau. Download PDF.