Unterricht mit Concept Maps über die EU in der Grundschule (UCMGS)

Gegenstand des Projektes ist die Entwicklung, Implementierung und Dissemination eines Unterrichtskonzeptes der Auseinandersetzung von Grundschüler/-innen mit der Europäischen Union. Das Projekt ermöglicht die altersgemäße Vernetzung von abstrakten Kenntnissen über die Institutionen mit dem praktischen Vorgang eines möglichst aktuellen Gesetzgebungsverfahrens. Der Gesetzgebungsvorgang zeigt, dass die Gesetze in Straßburg gemacht werden. Der Gegenstand ist die Richtlinie zu einheitlichen Handy Ladegeräten. Indem das zu wählende Gesetzgebungsverfahrens von der Lebenswelt der Schüler/-innen ausgeht, werden die unterrichtlichen Gegenstände anschaulich fassbar. Politik trifft auf den Alltag und auf die Wünsche der Kinder. Wie schon in vielen Evaluationen gezeigt wurde, ist das Ausgehen von konkreten Fällen bei politischen Themen vorzugsweise einzusetzen. Die exemplarische Behandlung einer Richtlinie eignet sich zur Übertragung auf zukünftige Gesetzgebungsprozesse.

In Concept Maps werden Begriffe und Relationen (Verben, Adjektive) vorgegeben. Aufgabe der Schüler/-innen ist es, die Begriffe mit entsprechenden Pfeilen zu einem Netz zu verbinden. Der Unterricht soll den Kompetenzaufbau der Schüler/-innen durch das Lernen mit Concept Maps stärken. Die Schüler/-innen der 4. Klassen erhalten bis zu 10 Begriffe und entsprechende Verben oder Adjektive für die Relationen zu den jeweiligen Themen vorgegeben. Anschließend müssen sie daraus selbst ein Netz herstellen. Solche angeleiteten Concept Maps unterstützen nachhaltiges Lernen durch strukturierte Aufgabenstellungen, die mit Hilfe von vorab bereitgestellten Informationen (z.B. in Lerntheken mit Materialblättern zur selbständigen Erarbeitung) spielerisch gelöst werden können. Hattie (2013) hat die Methode als lernförderlich ausgewiesen. Sie zielt auf eine nachhaltige Verbesserung des Wissensaufbaus zu den Fachkonzepten Europäische Integration und Europäische Akteure (Kompetenzmodell Detjen u.a. 2012). Durch diese Strategie müssen die Schüler an ihr Vorwissen anknüpfen und es mit dem neuen über die EU verknüpfen. Dieses innovative Unterrichtskonzept dürfte für viele Lehrer/-innen neu sein. Durch die Teilnahme an der Weiterbildung werden sie zugleich in die aktuellen fachlichen Zusammenhänge der EU eingearbeitet, indem der Zusammenhang einer Richtlinie zu den allgemeinen Strukturen der EU deutlich herausgearbeitet wird.

In der Begleitforschung wird der Wissenszuwachs in einem Prä-Post-Design erhoben.

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Bearbeiter/-innen: Anke Götzmann und Georg Weißeno

Förderung: EU-Kommission

Laufzeit: 2014 -2015

Publikationen

Weißeno, G., Götzmann, A., & Weißeno, S. (2016). Politisches Wissen und fachspezifisches Selbstkonzept von Grundschüler/-innen.  transfer Forschung <> Schule, Band 2, 162-172. pdf als download